Proteinriegel im Check: Kollagen, Zuckerfallen & meine Top 5
Proteinriegel sind praktisch: aufreißen, essen, fertig. Aber nicht jeder Riegel ist ein guter Begleiter für Muskelaufbau oder Diät. Hier schauen wir hin: Kollagen, Zucker, Qualität des Eiweißes – und am Ende meine 5 Favoriten mit Nährwerten.
Warum so viele Proteinriegel Kollagen enthalten
Wenn du dir die Zutatenliste vieler Riegel anschaust, findest du oft Kollagenhydrolysat oder Gelatine. Das hat mehrere Gründe:
- Billig: Kollagen ist deutlich günstiger als hochwertige Molken- oder Milchproteine.
- Textur: Kollagen sorgt für eine zähe, „chewy“ Konsistenz und hilft, dass der Riegel zusammenhält.
- Marketing: Kollagen lässt sich als „gut für Haut, Haare, Gelenke“ verkaufen.
Der Haken: Kollagen ist als Proteinquelle für den Muskelaufbau nicht ideal. Es enthält zwar Aminosäuren – aber die essentiellen Aminosäuren und vor allem Leucin (der Trigger für Muskelproteinsynthese) sind deutlich schlechter vertreten als in z.B. Whey oder Milchprotein. Kollagen kann also ein Extra sein – aber nicht die Hauptquelle, wenn es dir um Muskeln geht.
Was „hochwertiges Eiweiß“ im Riegel wirklich bedeutet
Jeder Proteinriegel wirbt groß mit „High Protein“. Trotzdem ist die Qualität sehr unterschiedlich. Hochwertig heißt:
- Vollständiges Aminosäurenprofil: Alle essentiellen Aminosäuren sind ausreichend vorhanden. Das ist typisch für Molkeneiweiß (Whey), Milchprotein und Eiprotein.
- Genug Leucin: ca. 2–3 g Leucin pro Portion sind sinnvoll, um die Muskelproteinsynthese ordentlich anzuschieben.
- Kein „Protein“ nur aus Kollagen: Wenn in der Zutatenliste fast nur Kollagen steht und kaum Milch-/Wheyprotein, ist das für Muskelaufbau suboptimal.
Ein guter Riegel nutzt also meist eine Mischung aus Milchprotein / Whey (oder bei veganen Varianten z.B. Erbsen + Reisprotein) und setzt Kollagen – wenn überhaupt – nur als Ergänzung ein.
Zucker, Zuckeralkohole & die versteckten Kalorien
Viele „Fitnessriegel“ sind eigentlich Süßigkeiten mit Protein-Marketing:
- Viel Zucker: 15–25 g Zucker pro Riegel sind keine Seltenheit.
- „Kein Zuckerzusatz“, aber: Stattdessen oft Zuckeralkohole (z.B. Maltit, Sorbit) und Süßstoffe. Das spart Zucker, aber kann bei hohen Mengen Magen/Darm stressen.
- Kalorien sind trotzdem da: Nur weil wenig Zucker drin ist, heißt das nicht automatisch „low kcal“ – Fett und andere Kohlenhydrate liefern weiterhin Energie.
Gerade im Defizit ist wichtig: Kalorien & Makros checken. Ein Riegel kann easy 350 kcal haben – das ist fast eine komplette Mahlzeit.
Woran du einen guten Proteinriegel erkennst
Kurze Checkliste, an der du dich orientieren kannst:
- Protein: idealerweise ca. 15–25 g Protein pro Riegel.
- Zucker: möglichst < 5–8 g Zucker pro Riegel, je nach Ziel.
- Proteinquelle: Whey/Milchprotein (oder gutes veganes Blend) weit vorne in der Zutatenliste, Kollagen nicht die Hauptquelle.
- Ballaststoffe: 5–10 g können helfen, länger satt zu bleiben – aber nicht übertreiben, sonst leidet der Bauch.
- Kalorien: Im Defizit eher 150–230 kcal anpeilen, in der Massephase darf es auch mehr sein.
Meine Top 5 Proteinriegel & warum
Die Werte können je nach Geschmackssorte leicht variieren, aber die Größenordnung passt. Ich hab hier Riegel gewählt, die sich durch vernünftige Proteingehalte, relativ wenig Zucker und brauchbare Zutaten auszeichnen.
| Riegel | Protein (g/Riegel) |
Zucker (g/Riegel) |
Kalorien (kcal/Riegel) |
Bemerkung | Hier dein Amazom Link (affiliate) |
|---|---|---|---|---|---|
inkospor X-Treme Protein Giant
|
38,8 g | 0,23 g | 209 kcal | Viel Protein, wenig Zucker, hohe Sättigung. Für unterwegs oder nach dem Training eine sehr solide Wahl mit alltagstauglichem Geschmack. | zur Amazon Seite |
Evobar Milky Crisp
|
23 g | 1,6 g | 188 kcal | Hoher Protein- und Ballaststoffgehalt (ca 6g), gute Nährwerte für Diät & Alltag; Für mich absolutes Kryptonit, ich muss mich wirklich beherrschen nur einen am Tag davon zu essen. Der Riegel kommt ganz ohne Kollagen aus, und hat noch 3g Leucin! | zur Amazon Seite |
ZEROBAR
|
20 g | < 1 g | 190 kcal | Sehr wenig Zucker, viel Protein und Ballaststoffe (ca. 6g ) und super Nährwerte, das ganze ohne Kollagen. Der Geschmack geht eher in Richtung der klassischen Proteinriegel, aber zb Doppelte Schokolade oder Schokolade-Marzipan fand ich persönlich richtig gut. | zur Amazon Seite |
Barebells Cookie and Cream
|
19,8 g | 1,7 g | 196,90 kcal | Sehr guter Kompromiss aus Geschmack und Nährwerten, ohne zugesetzten Zucker. Leider kommt der Riegel nicht ganz ohne Kollagen aus, wobei es bei den Zutaten recht am Ende steht. Es dürfte daher nicht allzu viel sein. | zur Amazon Seite |
Multipower Protein Boost
|
24 g | 0,6 g | 158 kcal | Gut verfügbarer Proteinriegel, mit guten Proteingehalt. Diesen erkauft er sich aber leider mit Kollagen, zweite Zutat in der Liste. Geschmack ist für einen Proteinriegel wirklich gut und die Kalorien sind mehr als Dietfreundlich. | zur Amazon Seite |
Wichtig: Sorten vergleichen! Selbst innerhalb einer Marke können die Nährwerte zwischen den Geschmacksrichtungen deutlich schwanken.
Wie du Proteinriegel sinnvoll in deine Ernährung einbaust
Proteinriegel sind ein Werkzeug – kein Ersatz für echte Mahlzeiten:
- Nutze sie, wenn du unterwegs bist und du sonst zu Süßkram greifen würdest.
- Plane sie in deine Kalorienbilanz ein – kein „Free Food“.
- Sie ersetzen kein richtiges Essen mit Gemüse, vollwertigen Kohlenhydraten und gesunden Fetten.
Wenn du deine Makros kennst, dein Training dokumentierst und dazu bewusster snackst, kann ein guter Proteinriegel dir helfen, im Alltag konsequent zu bleiben – vor allem, wenn der Stahl-Nerv am Abend mal dünner wird.