Warum das Dokumentieren des Trainings so wichtig ist<

Viele Trainingskarrieren scheitern nicht an Motivation, sondern an Orientierung. Kein Überblick, keine klare Linie, keine Ahnung, ob das, was du tust, überhaupt funktioniert. Genau hier kommt das Trainingstagebuch ins Spiel.

„Was du nicht misst, kannst du schwer verbessern.“

Warum „Gefühl“ allein nicht reicht

Nach ein paar Wochen Training verschwimmt alles: Warst du beim Bankdrücken letzte Woche stärker oder schwächer? Wie viele Sätze Kniebeugen hast du wirklich gemacht? Wie oft hast du in den letzten vier Wochen die Einheit geschoben?

Ohne Aufschreiben arbeitest du mit einer Erinnerung, die von Tagesform, Stimmung und Ego gefärbt ist. Das kann für ein einzelnes Training ok sein, aber nicht für langfristigen Fortschritt.

Was dir ein Trainingstagebuch konkret bringt

Ein gutes Trainingstagebuch ist mehr als nur eine Liste von Übungen.

1. Fortschritt sichtbar machen

Du siehst schwarz auf weiß, wenn du dich steigerst – mehr Wiederholungen, mehr Gewicht, kürzere Pausen. Das motiviert viel mehr, als nur in den Spiegel zu schauen und auf ein Wunder zu hoffen.

2. Muster erkennen

Du kannst nach ein paar Wochen zurückblättern und Zusammenhänge sehen:

  • Nach schlechten Nächten bricht deine Leistung ein.
  • Nach stressigen Tagen im Job ist die Motivation niedriger.
  • Mit bestimmten Übungen kommst du besser voran als mit anderen.

3. Planbarkeit statt Zufall

Wenn du weißt, was du in den letzten Wochen gemacht hast, kannst du bewusst planen, was als Nächstes dran ist: mehr Volumen, weniger Volumen, Fokus auf eine bestimmte Übung oder Muskelgruppe.

4. Ehrlichkeit mit dir selbst

Es ist ein Unterschied, ob du denkst, dass du „eigentlich regelmäßig“ trainierst – oder ob du im Tagebuch siehst, dass du in den letzten vier Wochen nur fünf Einheiten geschafft hast. Das fühlt sich vielleicht hart an, ist aber die Grundlage für echte Veränderung.

Was du im Trainingstagebuch festhalten solltest

Du musst kein Roman schreiben. Ein paar klare Daten reichen, damit dein Training nachvollziehbar und auswertbar wird.

  • Datum und Uhrzeit
  • Trainingsart (z.B. Oberkörper, Unterkörper, Ganzkörper)
  • Übungen, Sätze, Wiederholungen, verwendetes Gewicht
  • optional: kurze Notiz zur Tagesform, Schlaf, Stress, Besonderheiten

Beispiel für einen Eintrag:

  • Mo, 19:30 – Oberkörper
  • KH-Bankdrücken: 3×10 @ 24 kg
  • Rudern KH: 3×12 @ 22 kg
  • Schulterdrücken: 3×12 @ 16 kg
  • Notiz: wenig Schlaf, letzter Satz Bankdrücken sehr schwer

Digital oder Papier – was ist besser?

Beides funktioniert. Am Ende zählt, was du konsequent nutzt.

  • Papier: fühlt sich greifbar an, keine Ablenkung durch Handy, schnell daneben kritzeln, markieren, einrahmen.
  • Digital: einfache Auswertung, Copy & Paste, überall verfügbar, Backup möglich.

Wenn du dazu neigst, am Handy schnell in Social Media abzurutschen, kann ein physisches Notizbuch ein echter Vorteil sein. Wenn du gern Statistiken und Diagramme anschaust, kann eine App die bessere Wahl sein.

Wie ein Trainingstagebuch dir hilft, Fehler zu vermeiden

Ohne Dokumentation tappst du im Dunkeln. Mit Tagebuch erkennst du:

  • ob du zu schnell zu viel machst (häufige Deloads, wiederkehrende Schmerzen),
  • ob du zu wenig machst (wochenlang gleiche Gewichte, keine echte Belastungssteigerung),
  • ob du ständig den Plan wechselst, bevor er überhaupt wirken kann.

Das erlaubt dir, bewusst zu sagen: „Okay, ich ziehe diesen Plan jetzt mindestens acht Wochen durch und schaue dann, was die Zahlen sagen.“

Wie du es schaffst, dranzubleiben

Ein Trainingstagebuch bringt nur etwas, wenn du es wirklich nutzt. Ein paar Tipps, damit du dranbleibst:

  • Leg dein Tagebuch zusammen mit deinem Equipment bereit – es gehört zum Training wie das Warm-up.
  • Trag die nächste Einheit direkt nach dem Training vor – so weißt du beim nächsten Mal sofort, wo du anknüpfst.
  • Markiere Meilensteine: z.B. erstes Mal 10 saubere Klimmzüge, bestimmtes Gewicht im Kreuzheben, neue Bestleistung.
„Das Trainingstagebuch ist kein zusätzlicher Aufwand – es ist dein Werkzeug, um sicherzustellen, dass sich der Aufwand lohnt.“

Fazit: Klarheit statt Rätselraten

Ein Trainingstagebuch ersetzt keine harte Arbeit, aber es sorgt dafür, dass deine harte Arbeit in die richtige Richtung geht. Statt dich auf dein Gefühl zu verlassen, hast du Daten, auf denen du aufbauen kannst.

Du musst nicht perfekt dokumentieren – du musst nur anfangen und konsequent bleiben. Der Rest ergibt sich, Satz für Satz, Seite für Seite.